🌺 Blühende Wolfganggasse 🌸

Ein botanisches Fotoprojekt über urbane Biodiversität und Achtsamkeit

Ein Nationalpark im Beserlpark

Blühende Pflanzen in einem Botanischen Garten zu fotografieren ist keine große Herausforderung, aber die Biodiversität vor der eigenen Haustür neu zu entdecken, klingt spannend.

Mit diesem Projekt dokumentiere ich über den Zeitraum eines Jahres sämtliche blühenden Pflanzen in einer einzigen Straße – der Wolfganggasse in Wien. Nicht als botanisches Archiv im klassischen Sinn, sondern als visuelle Chronik eines hochverdichteten urbanen Mikrokosmos.

Die Straße ist ein kleines begrenztes Versuchsfeld in meiner unmittelbaren Umgebung. Dadurch kann ich fast täglich die überraschend vielfältige ökologische “Nische” erkunden und alle Veränderungen dokumentieren.

  • 1 Straße

  • 2 Augen

  • 3 Kameras

  • 4 Jahreszeiten

Warum die Wolfganggasse?

Seit einigen Jahren werden schmale Grünstreifen und sogar Baumscheiben von freiwilligen Gärtner·innen betreut. Aus dem ersten Guerilla Gardening 2009 ist inzwischen ein Verein geworden, dem die Rückeroberung der Straße als Lebensraum und das Miteinander im Grätzl am Herzen liegt. 🫶

Es sind nur wenige Quadratmeter Erde zwischen Asphalt, Beton und parkenden Autos. In diesen mikroökologischen Habitaten finden sich unterschiedliche Pflanzenarten, die den saisonalen Rhythmus der Stadt sichtbar machen.

Auch wenn die Wolfganggasse insgesamt 800 Meter lang ist, wage ich zu behaupten, dass 90% der Pflanzen in den Beeten innerhalb von 2 Häuserblöcken (ca. 150m) vorkommen. Das macht das Projekt nochmal spannender!

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Meisterliche Fotos vom Profifotografen?

Ein “schönes” Bild von einer Tulpe kann heute jede KI erstellen. Das ist also nicht die Motivation. Meine Fotos sind authentisch und ungestellt. Sie dürfen auch schön sein, müssen aber nicht. Viel wichtiger ist mir die Story, die ich mit einem ein 360° “Beweisfoto” zu jedem Blumenbild erzähle. Dieses Making-Of zeigt, dass ich tatsächlich vor Ort bin und oft zwischen parkenden Autos knien muss. 😄

Erst der Kontrast zur umhüllenden Urbanität wertet die Fotos der blühenden Pflanzen auf und gibt dem Projekt seinen Sinn. 🏠🌻🚘

Ob der Beton oder das Grün dominiert hängt von der Perspektive und vom Fokus ab. Das meine ich sowohl fotografisch, als auch im übertragenen Sinne. Man kann die Beete ignorieren oder darin einen Kosmos entdecken.

Im Bild fotografiere ich den Winter-Jasmin im Februar.

Das Licht ist mein Pinsel. So ganz komme ich aus der Fotografenhaut nicht heraus … 😊 Ich erlaube mir hin- und wieder einen Diffusor, Blitz oder Reflektor einzusetzen. Das bleibt natürlich alles im Bild beim Beweisfoto! Ist vielleicht auch ganz interessant, falls du dich für Fotografie interessierst.

Ein Quadratmeter Achtsamkeit

Das Projekt ist nicht nur eine (bescheidene) Fitness-, sondern auch eine Achtsamkeitsübung. Die bewusste Wahrnehmung der Veränderung lässt mich die Bedeutung des “Jetzt” schätzen.

Die Konzentration auf die kleinen selbstverständlichen Dinge, an denen die meisten Leute achtlos vorbei laufen, bringt eine Wertschätzung gegenüber der Natur, den Jahreszeiten, dem Licht, dem Wetter und natürlich all den freiwilligen Gärtner·innen der Wolfganggasse!

Ich fokussiere mich (und meine Kamera 😬) auf die kleinen Dinge, die da wachsen und aufblühen. Den Wert des Moments erkennt man beim Fotografieren.

„Achte auf das Kleine in der Welt,
das macht das Leben reicher und zufriedener.”

— Carl Hilty (1831 - 1909)

Kontinuität

Die wiederholte fotografische Rückkehr an denselben Ort macht Veränderungen drastisch sichtbar. Frühblüher wie die Schneeglöckchen oder der Winterjasmin im Februar markieren den Auftakt eines komplexen Jahresverlaufs, dem viele weitere Arten folgen, sich überlagern, verdrängen oder ergänzen.

In einer Zeit beschleunigter Bildproduktion setzt dieses Projekt auf Verlangsamung, Wiederholung und langfristige Beobachtung. Ein bewusster Gegenentwurf zur immer geringer werdender Aufmerksamkeitsspanne dank ders unversiegbaren digitalen Bilderstroms.

Das Faszinierende folgt nach Abschluss des Projektes: das Spiel der Jahreszeiten beginnt von vorne. Die (vermeintlich) tote Winter-Wolfganggasse blüht ab Februar erneut auf. Kontinuität von Jahr zu Jahr zu Jahr.

„Ein Garten ist eine Akademie der blühenden Künste.”

— Gabriele Renate Pyhrr (*1964)

Meet & Greet

Gefällt die mein Projekt? Interessierst du dich für die Natur- und Pflanzenfotografie? Schreib mir und lass uns gemeinsam ein Stück gehen und fotografieren.

Bist du Anwohner·in der Wolfganggasse? Dann sag “👋😀”, wenn du mich mit meiner Kamera beim Fotografieren oder Erkunden siehst. Wie du mich erkennst? Ich glaube, es gibt nicht viele, die sich die Zeit nehmen um die kleinen Grünstreifen als Naturoase festhalten. 😊